Olivenöl kalt gepresst?

Es verwundert - natürlich - zu erfahren, dass es in Griechenland nicht Standard ist, die Öle kalt zu extrahieren ("pressen"). Ganz im Gegenteil, wenn jemand sein Olivenöl kalt pressen lassen will, muss er bei der Mühle einen ziemlich Aufwand betreiben, damit das auch passiert. Das bedeutet zumeist, entweder als erster oder als letzter dran zu kommen. Und daneben zu stehen, damit die Temperatur wirklich herunter gefahren wird. Ich bringe meine Oliven 2 Mal am Tag zur Mühle - die Vormittagsernte zu Mittag und die Nachmittagsernte wird dann in der Nacht gepresst. Dadurch sind auch die Oliven wirklich Ernte frisch, wenn sie gepresst werden.
Warum wird aber warm (meist zwischen 35°C und 40°C) gepresst: wegen der um mindestens 30% höheren Ausbeute. Sowohl der Produzent, der sein Öl meistens zum Standardpreis direkt bei der Mühle oder bei der Genossenschaft verkauft, als auch der Mühlenbetreiber, der im Durchschnitt 10% vom gepressten Öl als Entgelt erhält, wollen,dass so viel wie nur möglich an Öl aus den Oliven extrahiert wird. Für beide ist Qualität vollkommen uninteressant, denn das Olivenöl wird in riesigen Tanks gesammelt und kommt dann "zur Veredelung", und in den Export. 
Und: die Oliven sind zumeist schon so verdorben, bevor sie zur Mühle kommen, so dass die Heißextraktion auch nichts mehr ausmacht. Die meisten Bauern ernten zuerst tagelang und die Säcke mit Oliven werden gestapelt und sind Sonne, Regen und dem Gärungsprozess ausgesetzt, bevor gepresst wird.
Die Kaltextraktion (laut Eu-Vorgaben: höchstens 27°C) ist kein Muss für die Bezeichnung "extra virgin": Was heißt das für den Konsumenten? Nicht in jeder Flasche "Olivenöl nativ extra" ist auch ein kaltextrahiertes Öl drinnen.

meint Ihre EliTsa
Elisabeth Tsapekis

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